Südlich von Narvik schlängelt sich die Europastraße E6 durch eine bemerkenswert geformte Landschaft mit steil abfallenden Berghängen und tief eingeschnittenen Fjorden – ein unvergessliches Panorama, dass sich dem Betrachter auf der kurzen Wanderung zur markanten Felsformation Kjerna erschließt.
847 Meter überragt der Gipfel des mächtigen Stortinden die Umgebung und dominiert das Landschaftsbild mit seiner steilen Abbruchkante auf der Westseite. Aus diesem Berggrat ragt an der fast senkrecht abfallenden Wand die scharfkantige Felskanzel Kjerna (650 Meter über dem Meeresspiegel) wie eine steinerne Skulptur empor.

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Diese signifikante Form führt unter anderem regelmäßig zu einer Einstufung des Kjerna als nordnorwegische Antwort auf den populären „Preikestolen“ am Lysefjorden im Süden Norwegens. Ein Vergleich, der durch die identisch schwindelerregende Aussicht und ein absehbares Kribbeln in der Magengegend am Ziel der Wanderung noch verstärkt wird.
Dabei ist die Tour auf den Kjerna deutlich kürzer und einfacher zu bewältigen, denn der Aufstieg beginnt bereits in einer Höhe von rund 300 Metern und so erreicht man die Felskanzel schon nach etwa einer Stunde Gehzeit.

Ausgangspunkt der Wanderung
Rund eine Stunde Fahrzeit südlich der Stadt Narvik führt die Europastraße E6 zwischen den monumentalen Bergformationen Stortinden und Kulhornet über den Bergpass Skjellesvikskaret. Nur wenige Fahrminuten südlich davon überquert die Europastraße E6 auf der Fährverbindung Bognes – Skarberget den spektakulären Tysfjord. An dessen Ausläufern befindet sich im Übrigen eine der schmalsten Stellen Norwegens. Dort sind es bis zur schwedischen Grenze lediglich 6,3 Kilometer Luftlinie.

Kommt man vom Fähranleger in Skarberget und ist auf dem Weg nach Narvik, also in nördlicher Richtung unterwegs, befindet sich der Parkplatz deutlich sichtbar am rechten Straßenrand. Direkt gegenüber der Parkfläche beginnt der gut erkennbare Pfad zum Kjerna. Von hier aus sind auf einem größtenteils moderaten Anstieg lediglich rund 400 Höhenmeter und eine Distanz von etwa 3 Kilometern zu überwinden.
Der Weg zum Kjerna
Die Wanderung beginnt zunächst sanft und folgt den vereinzelten Markierungen durch die offene Berglandschaft mit den für die Region charakteristischen Felsplatten und kleineren Abhängen mit etwas Geröll. Die flache Vegetation klammert sich förmlich an die Steine und der zumeist spärliche Bewuchs versteckt sich in den Spalten. Nach etwa 1000 Metern folgt der Anstieg dem Bergrücken nach rechts und wird allmählich steiler – wobei es nie besonders exponierte oder ausgesetzte Passagen auf dieser Tour gibt.




Kurz nach diesem steileren Abschnitt erreicht man an einem kleinen Tümpel eine Weggabelung: Rechterhand führt der Pfad zum Gipfel des Stortinden, während man auf dem linken Abzweig zum Kjerna gelangt. Von hier aus ist die weitere Wegstrecke schnell und leicht zu bewältigen, denn der restliche Aufstieg ist nicht besonders steil und nach rund 150 Höhenmetern erreicht man den Berggrat und wenige Schritte später bereits die Felskanzel des Kjerna.

In dem gesamten Bereich ist Vorsicht geboten, denn es gibt an der teils überhängenden Abbruchkante über der nahezu vertikalen Felswand keinerlei Absperrungen oder andere Sicherungen.
Angekommen…!! Die Felsformation Kjerna
Allerdings wird man ohnehin vom dem atemberaubenden Blick gefangen sein, der bis hinüber zu den Lofoten mit all ihren Highlights reicht. Unter uns liegen wie in einer Miniaturwelt die Häuser der Siedlungen Ulvika und Eidet, während sich im Süden der gewaltige Tysfjord erstreckt.

Dreht man sich um und blickt ins Landesinnere sind die unverwechselbaren Formen des Kulhornet und des Norwegischen Nationalberges Stetinden auszumachen – ein gewaltiges Panorama, eine geradezu „tolkienische“ Welt von übernatürlicher Schönheit. Ebenso ist die gigantische Felsplatte Verdenssvaet zu erkennen – ein ebenfalls empfehlenswertes Ziel in der näheren Umgebung.

Inwieweit ist der Kjerna nun tatsächlich mit dem Preikestolen vergleichbar und welche Aussicht erscheint spektakulärer …? Wir können diese Frage wirklich nicht ohne Weiteres beantworten. Tatsächlich ähneln sich die Formen der Felsen und die Aussichten, sind die mulmigen Gefühle an der steilen Abbruchkante vergleichbar. Aber darüber hinaus bieten beide Wanderungen ganz besondere Reize und einzigartige Eindrücke, die wir nicht missen möchten. Also solltet ihr die Wanderung auf den Preikestolen ebenso wie die Tour auf den Kjerna einplanen (und eure Eindrücke gern mit uns teilen).



Karte, Fakten und GPX Daten der Wanderung zum Kjerna
- Hier findest du eine Übersicht zu den Einstufungen und Kriterien der Schwierigkeitsgrade in Norwegen.
- Diese Wanderung ist für ältere Kinder und auch für größere Hunde geeignet.
- Wohnmobil-Stellplatz in der Nähe: Parkplatz Ballangen am Efjorden mit Zugang zum Fjord.
- Vorsicht am Ziel: Es gibt keine Sicherung und das Gelände ist extrem abschüssig.
- Wir empfehlen, zum Sonnenuntergang diese Tour zu gehen – Gänsehaut-Momente garantiert 🙂
- Es gibt unterwegs keine Möglichkeit zur Aufnahme von frischem Trinkwasser.
Literaturtipps für deine Reise nach Norwegen
Equipment für die perfekte Wanderung
- Die passende Wanderausrüstung gibt es bei: GLOBETROTTER | BERGZEIT
liebe conny,
lieber cirko,
zunächst einmal DANKE für eure so berührenden weihnachtswünsche u. dem schönen erfassen dieser zeit …
lassts euch aber auch tief gratulieren zur professionalität u. so feinen und detailreichen gestaltung eurer website – für mich die genaueste u. „best-rechergierte“ für diese wunderbare region!
kürzlich hatte ich besuch von weltreisenden – da kam das gespräch auf euch – wir haben von euch geschwärmt – ihr müsstet riesigen „schluckauf“ gehabt haben – in österreich sagen wir dazu „schnaggerl haben“🤣 …
also an dieser stelle ein herzwarmes danke und ganz gute wünsche für das ‚eure‘ – dass euch selbst die schönheit landschaft weiter so prägt u. formt!
gutes zu euch!
willi