Mal wieder auf den Preikestolen wandern…?
Noch eine Wanderung zum Preikestolen? Eigentlich dachten wir, die Tour hätten wir bereits abgehakt … Zumal der Preikestolen in unserer Wahrnehmung nochmals deutlich an Popularität gewonnen hat. Seitdem auch noch Tom Cruise diesen Ort für Filmaufnahmen seiner erfolgreichen “Mission Impossible Reihe” entdeckt hat, ist ein regelrechter Hype um die beeindruckende Felsformation entstanden.
In “Fall Out” kämpft Tom Cruise – alias Ethan Hunt – auf dem Preikestolen um sein Leben und will einen Atomanschlag verhindern … Diese spektakulären Aufnahmen mit Gänsehaut-Feeling locken seitdem täglich mehr Besucher auf den markanten Felsen über dem Lysefjord.
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Das steile Felsplateau, das sich 604 Meter senkrecht über dem Fjord erhebt, ist in der Tat mehr als beeindruckend und nichts für schwache Nerven. Doch der Blick über den Lysefjord hat eben auch Suchtpotential. Außerdem wird man auf dem Weg dorthin immer wieder mit spektakulären Aussichten belohnt.
Obwohl wir bereits vor Jahren den Preikestolen besucht hatten und eigentlich nicht noch einmal zur berühmten Kanzel wandern wollten, kam uns auf unserer Sommertour die perfekte Idee: Wir machen die Wanderung am Abend, wenn die meisten Besucher bereits zurückgekehrt sind. Da es im Sommer in Norwegen sehr lange hell bleibt, nutzen wir diese Variante oft und gern – zumal man mit tollen Bildern im warmen Abendlicht belohnt wird. Außerdem ist es am Abend meist kühler, perfektes Wanderwetter eben. Daher sind wir uns schnell einig und brechen gegen 18:00 Uhr vom Parkplatz an der Preikestolen Fjellstue auf.
Anfahrt in die Region und zum Campingplatz am Preikestolen
Von Stavanger aus fahren wir durch den kostenpflichtigen Ryfast-Tunnel nach Tau. Dort folgen wir der Straße Rv13 bis zum Abzweig zur Preikestolen Fjellstue. Kurz darauf erscheint auf der rechten Seite der Campingplatz Preikestolen Jørpeland, auf dem wir uns auch wie geplant einquartieren. Eine freundliche Norwegerin empfängt uns und nach dem unkomplizierten Check-In dürfen wir uns auf dem weitläufigen Gelände einen freien Stellplatz aussuchen.
Den benötigen wir jedoch nur für kurze Zeit, denn etwas später wollen wir bereits wieder aufbrechen. Wir bereiten lediglich unsere Ausrüstung vor und fahren dann mit unserem Kastenwagen direkt zum Parkplatz der Preikestolen Fjellstue. Die Entfernung vom Campingplatz zum Parkplatz beträgt 4,5 Kilometer – eine Strecke, die wir insbesondere auf unserem nächtlichen Rückweg nicht zusätzlich laufen wollen.
Alternativ könnte man auch den Linienbus zum Parkplatz nehmen (eine Bushaltestelle befindet sich direkt am Campingplatz), aber da wir sehr spät zurück sein werden, war dies für uns leider keine Option. Beachtet bitte bei eurer Planung, dass im gesamten Bereich vom Campingplatz bis zum offiziellen Parkplatz eine Parkverbot-Zone eingerichtet ist. Weder Parken noch freies Campen sind außerhalb der vorgesehenen Bereiche erlaubt.
Die Gebühr auf dem Parkplatz direkt an der Fjellstue (P1) beträgt für PKWs und Wohnmobile mittlerweile 250 NOK, was etwa 22 Euro (je nach Wechselkurs) entspricht. Die Straße endet direkt an einer Schranke ohne Wendemöglichkeit. Allerdings ist es unproblematisch, auf den Parkplatz zu fahren, da die ersten 15 Minuten kostenfrei sind.
Die Ausrüstung gepackt und auf geht es zum Preikestolen
Als wir am Parkplatz ankommen, sind wir erstaunt, wie viele Autos selbst in der Nebensaison den Platz füllen. Die meisten Wanderer kehren aber bereits von ihrer Tour zurück und verlassen das Gelände schon wieder. Wir suchen uns einen freien Platz und sind damit am Ausgangspunkt unserer Tour angekommen. Nur noch die Wanderstiefel anziehen, Stirnlampen sowie die Wetterjacken einpacken und ausreichend Trinkwasser mitnehmen – dann kann es endlich losgehen.
Die Wanderung ist etwa 8 Kilometer lang, gut markiert und inzwischen weitestgehend gut ausgebaut. Vom Parkplatz aus geht es gleich recht steil los und man freut sich, wenn der erste Anstieg geschafft ist. Uns begegnen viele Wanderer auf ihrem Rückweg, doch wir sind so ziemlich die Einzigen, die jetzt noch hinauf wollen. Die Sonne steht bereits tief und im Wald ist es damit schattig und angenehm. Nach dem ersten Abschnitt machen wir eine kurze Pause, denn bereits hier hat man eine schöne Aussicht, wie etwa auf den See Revsvatnet, der weiter unten durch die Bäume glitzert.
Die Wanderung zum Preikestolen
Es folgt ein weiterer Anstieg durch ein kleines Wäldchen. Der Weg ist abwechslungsreich und dadurch kurzweilig. Wir haben Glück, denn es ist absolut windstill und das bereits warme Licht zaubert inzwischen wunderschöne Farben. Mit verlassen des Waldes, folgt ein entspannter Teilabschnitt auf ebener Strecke über die Hochebene Krogebekk Myrane.
Hier kann der Untergrund je nach Saison feucht sein, aber Holzbohlen helfen die Strecke zu überqueren. Der Weg bleibt gut markiert und ist kaum zu verfehlen. Nun nähern wir uns dem schwersten, aber auch letzten Anstieg der Tour – dieser führt über hohe Felsbrocken und wird abschnittsweise deutlich steiler.
Glücklicherweise haben wir ausreichend Wasser dabei und sind in den deutlich kühleren Abendstunden unterwegs. Nach diesem Anstieg ist das Schlimmste geschafft. Wir gönnen uns eine kurze Pause und genießen abermals die Aussicht. Scheinbar sind wir nun fast allein unterwegs, jedenfalls kommen uns keine Wanderer anderen entgegen.
Die meisten Höhenmeter liegen inzwischen hinter uns … Als wir an einem größeren See vorbeikommen, wissen wir von unseren früheren Touren: Jetzt ist das Ziel nicht mehr weit.
Das Licht wird immer wärmer und die Fernsicht besser. Schritt für Schritt nähern wir uns der “Kanzel” oder auch dem “Predigtstuhl” wie der Preikestolen auf deutsch genannt wird. Kurz vor dem Ziel überrascht uns eine Wetterschutzhütte, die neu errichtet wurde und gerade in der Nebensaison bei Wetterumbrüchen Schutz bietet.
Das letzte Stück des Weges verengt sich zu einem schmalen Pfad. Auch hier sind wir erstaunt, denn der Weg wurde stark ausgebaut und in großen Teilen befestigt. Eine sichere Holzkonstruktion ermöglicht nun das problemlose Passieren dieser Stellen.
Am Ziel unserer Wanderung: Der Preikestolen im Abendlicht
Endlich, nach knapp zwei Stunden erreichen wir unser Wanderziel: das Plateau des Preikestolen. Nur noch ein anderes Pärchen teilt diesen magischen Moment mit uns. Wahnsinn! Die Beiden freuen sich tierisch, denn so können wir sie fotografieren – wie sie mutig am Rand des Plateaus posieren.
Und dann sind wir tatsächlich ganz alleine, genießen die Stille, die Aussicht und das in warmes Licht getauchte Plateau des majestätischen Preikestolen. Die Welt scheint stillzustehen – nur der Wind und die Weite des Fjords begleiten uns. Das goldene Licht, das sanft die Felsen streichelt, lässt uns tief durchatmen. Wir machen gefühlt tausend Fotos, doch es ist dieser Moment, der sich unauslöschlich in unser Gedächtnis einbrennt …
- Unterschätzt die zwar durchaus populäre aber dennoch anspruchsvolle Tour nicht.
- Das beste Licht habt ihr in jedem Fall zum Sonnenaufgang, da die Sonne direkt über den Bergen am Lysefjord aufgeht.
- Nutzt, soweit möglich, die vielen Angebote, um mit dem Bus an den Ausgangspunkt der Tour zu kommen.
- Besonders bei schlechtem Wetter, wenn die Steine auf dem Weg nass sind, sollte es selbstverständlich sein, mit Bergstiefeln zu gehen.
- Zur Sicherheit Regenkleidung, zum Beispiel Regenponchos nicht vergessen.
- Wenn ihr unsere Tour nachgehen wollt, dann denkt bitte an Stirnlampen oder Taschenlampen für den letzten dunklen Abschnitt durch den Wald oberhalb vom Parkplatz.
Es ist unglaublich schön hier oben – man will sich gar nicht trennen von diesem Anblick. Doch irgendwann siegt schließlich die Vernunft und so treten wir nach zwei Stunden traumhafter Aussicht auf den Lysefjord den Rückweg an. Für den benötigten wir nur etwas über eine Stunde.
Die steilen Passagen bergab gehen ziemlich auf die Knie. Wer Probleme in dieser Hinsicht hat, sollte mehr Zeit einplanen oder vielleicht sogar eine Bandage mitnehmen. Für das letzte Stück durch den Wald brauchten wir dann tatsächlich unsere Stirnlampen. Am Parkplatz angekommen ist es bereits kurz nach Mitternacht. Schnell rein in unser Auto, die 4,5 Kilometer zurück zum Campingplatz und dann geht es nach einem superschönen erlebnisreichen Tag in die Koje …
Wer eine einfachere Tour mit einem ähnlichen Erlebniswert sucht, dem empfehlen wir die Wanderung zur Felsformation “Slottet” oder die Tour zum Kleinen Preikestolen bei Kristiansand. Unweit vom Preikestolen am Lzsefjord ist zudem die derzeit noch wenig bekannte Wanderung zur Felsformation Trollakyrkja in Maudal empfehlenswert.
Karte, Fakten und GPX Daten der Wanderung zum Preikestolen
- Hier findest du eine Übersicht zu den Einstufungen und Kriterien der Schwierigkeitsgrade in Norwegen.
- Wohnmobil-Stellplatz in der Nähe: Preikestolen Bobilparkering ohne Ausstattung oder Campingplatz Preikestolen Jørpeland unweit des Ausgangspunktes.
- Du findest den Ausgangspunkt dieser Wanderung mit den folgenden Koordinaten: 58.991881, 6.138113
- Diese Wanderung ist für ältere Kinder und auch für größere Hunde geeignet.
- Es gibt unterwegs keine Möglichkeit zur Aufnahme von frischem Trinkwasser.
- Eine Übernachtung mit dem Zelt im direkten Umfeld des Preikestolen ist verboten. Man kann am Abend gut 3/4 der Strecke gehen, an dem kleinen See unweit vom Preikestolen mit dem Zelt übernachten und hat am Morgen zum Sonnenaufgang nur noch eine kurze Strecke.
- Vorsicht am Ziel: Die letzten Meter bis zur Kanzel sind nicht ungefährlich. Auf dem Preikestolen selbst ist ebenfalls keine Absperrung vorhanden. Für Menschen mit Höhenangst kann der Blick in die Tiefe eine Herausforderung darstellen.
- Weitere Informationen zu den Parkplätzen und der Wanderung findet ihr auch unter Preikestolen 365
Literaturtipps für deine Reise nach Norwegen
Equipment für die perfekte Wanderung
- Die passende Wanderausrüstung gibt es bei: GLOBETROTTER | BERGZEIT
Hallo Ihr zwei – der Parkplatz am Preikestolen kostet mittlerweile 250 NOK und geht leider nur noch mit Karte zu zahlen
Es gibt übrigens noch einen kleinen in der Nähe von kristiansand
Lille prekestolen
https://maps.app.goo.gl/RQdvyiH4YUELBhYD7?g_st=ic
Hallo Kerstin,
zunächst einmal herzlichen Dank für dein Update zum richtigen Preikestolen und den genialen Tipp mit dem “Lille Prekestolen” den wir gleich und sehr gern genutzt haben, wie du HIER sehen kannst…. 🙂
Herzliche Grüße, Conny und Sirko
Hallo Conny, hallo Sirko,
Eure Beschreibungen der Touren sind wirklich einsame Spitze!
Wir wollen in diesem Sommer (Ende August, Anfang September) für 3 Wochen nach Südnorwegen, auch mit unserem Sprinter.
Leider finde ich bei Euren Beschreibungen nirgends die ungefähre Jahreszeit, wann Ihr hier unterwegs wart.
Wäre für die Planung sehr interessant.
Liebe Grüße
Stefan
Hei Stefan,
vielen Dank für deinen netten Kommentar und die durchaus berechtige Frage zur jeweiligen Tour bzw. Reisezeit. Wir nehmen das sehr gern zum Anlass, bei den zukünftigen Beiträgen oder den Updates älterer Beiträge diesen Punkt deutlich(er) herauszustellen.
Auf dem Preikestolen waren wir Übrigens gegen Mitte Juni. Allerdings bevorzugen wir ansonsten auch eure gewählte Zeit ab August – die für uns schönste Zeit in Norwegen 🙂
Liebe Grüße,
Conny und Sirko
Hallo Conny und Sirko,
was habt ihr für einen tollen, interessanten und inspirierenden Blog mit traumhaft schönen Fotos! Ich bin total begeistert und freue mich schon sehr, auf unsere erste WoMo Tour nach Norwegen 😊
Vielen Dank euch beiden und herzliche Grüße von Thomas & Conny
Liebe Conny,
zunächst einmal möchten wir uns für die so späte Antwort auf deinen netten Kommentar entschuldigen und uns für deine lieben Zeilen herzlich bedanken. Da wir die letzten Wochen selbst mit dem Wohnmobil im Norden von Norwegen und Schweden unterwegs waren, sind wir leider kaum dazugekommen, unsere gesamte Korrespondenz zu erledigen und die extrem vielen Nachrichten, Kommentare und E-Mails zu beantworten – zumal es derzeit gerade aufgrund der Veränderungen im System der norwegischen Maut zu besonders vielen Anfragen kommt.
Da wir dennoch alle Nachrichten weiterhin persönlich beantworten (wollen), danken wir dir nun zumindest heute endlich einmal für deine zugleich motivierenden Zeilen – denn gerade im Augenblick, wenn so viel los ist und wir alle Hände voll zu tun haben – tut das wirklich gut…. 🙂
Wir drücken euch die Daumen, dass ihr eine wunderschöne und unvergessliche Zeit in Norwegen verleben könnt und wünschen euch bereits heute eine richtig geniale Tour.
Liebe Grüße,
Conny und Sirko
Hei Kurt,
da haben wir ohnehin längs nicht von dir gehört und dann entdecken wir heute auch noch eher zufällig deinen netten Kommentar unter unserem Beitrag über die Wanderung zum Preikestolen, den wir bis heute – warum auch immer – nicht beantwortet haben… In jedem Fall hoffen wir, dass es dir gut geht und du aktuell entweder schon wieder im oder in Richtung Norden unterwegs bist bzw. du zumindest schon wieder eine Reise planst. Wir hoffen, dass bald die Grenzen nach Norwegen wieder geöffnet sind und dann wollen / müssen wir schnellstens wieder in den Norden.
Wir freuen uns, wieder von dir zu hören und zu lesen. Bis dahin alles Liebe und Gute,
Conny und Sirko
Euer Blog ist wirklich toll! Wundervolle Bilder und Eure Nordsehnsucht ist auch die meine….lasse mich für kommende Wohnmobilreisen gern inspirieren!
Danke!
Hei Gila,
wir freuen uns sehr über dein Feedback und möchten dir sehr herzlich dafür danken. So ein netter Kommentar ist für uns immer die schönste und beste Motivation – die wir aktuell, gerade in diesem verrückten Jahr – auch wirklich gut gebrauchen können. Insofern also auch noch einmal vielen Dank und sehr gerne inserieren wir dich weiterhin, so wie vielleicht mit diesem Beitrag über die Wanderung zum Preikestolen… 🙂
Liebe Grüße,
Conny und Sirko
Ich lese Eure Berichte immer mit Begeisterung. Dieses Jahr soll es das erste Mal nach Norwegen gehen. Eine kleine Rundreise von 4 Wochen im Süden von Norwegen. Nördlichster Punkt wird wohl Trondheim sein. Pfingsten soll es losgehen.
Hallo Ingo,
vielen Dank für dein nettes Feedback. Genau diese Kommentare sind es die uns motivieren :). Wir sind jetzt schon auf deine ersten Eindrücke aus Norwegen gespannt, der Süden ist toll und Trondheim eine herrliche Stadt. Bis Pfingsten ist es ja gar nicht mehr so lange, du zählst bestimmt schon die Tage. Wir wünschen dir eine tolle Tour mit vielen schönen Erlebnissen….